Jahresbericht 2011
1. Allgemeines
Mit Beginn des Jahres 2011 wechselte die Moderation des ThomasMessen-Netzwerkes aus dem Gemeindekolleg der VELKD in Neudietendorf zur Arbeitsstelle Gottesdienst im Ev. Predigerseminar Hofgeismar.
EKD und EKKW tragen bis 2015 anteilig die Kosten der Netzwerk-Arbeit.
Die Federführung liegt bis auf Weiteres bei Studienleiterin Pfrin. Christiane Berthold-Scholz. Ein Sprecherkreis unterstützt und begleitet die laufende Arbeit.
2. Sprecherkreis
Während der Jahrestagung 2010, die letztmalig unter dem Dach des Gemeindekollegs der VELKD in Neudietendorf und unter Federführung von Dr. Annegret Freund stattfand, wählten die Teilnehmenden einen „Sprecherkreis“, der die Leitung des Netzwerks in allen Bereichen der Arbeit berät und unterstützt. Zum Sprecherkreis gehören: Heiner Cordes (Bremen), Ursula Heger (Bonn-Bad Godesberg), Heiko Kuschel (Schweinfurt), Hartwig und Ruth Rapp (Winsen / Luhe). Erstmals traf sich der Sprecherkreis im Januar 2011 zu einem Klausurtag in Kassel, um die Vorhaben des Jahres zu planen. Dieses Treffen zum Jahresbeginn wird fortgesetzt.
3. Aktualisierung der Adressenliste
In der Arbeitsstelle Gottesdienst kümmern sich C.Berthold-Scholz und Angela Wagner (Sekretariat) um die Vervollständigung und ständige Aktualisierung einer Liste mit Post- und E-Mail-Adressen, in der möglichst jede Thomasmessen-Initiative im deutschsprachigen Raum mit zwei Kontaktadressen aufgeführt sein soll. Eine Fragebogenaktion in der ersten Jahreshälfte hat dieses Vorhaben befördert, wenn auch noch nicht zu Ende bringen können. Nicht alle angeschriebenen Initiativen haben eine Rückmeldung gegeben. Es gibt auch Initiativen, die noch gar nicht im Horizont der Netzwerkarbeit aufgetaucht sind, dh, hier weiß man häufig gar nichts vom Netzwerk. Verstärkt recherchiert inzwischen auch Heiko Kuschel diesbezüglich im Internet und lädt zum Anschluss ans Netzwerk ein. Die Pflege der Adressenliste braucht immer wieder einen besonderen Einsatz an Zeit, weswegen im Finanzplan einige Sekretärinnenstunden dafür gesondert eingesetzt werden mussten.
4. Homepage
Die Internetseite des Thomasmessen-Netzwerkes findet sich inzwischen unter www.thomasmesse.org Sie wurde von Heiko Kuschel in Schweinfurt konzipiert und wird v.a. von ihm gepflegt und aktualisiert.
Die Seite bietet allen interessierten Initiativen Gelegenheit zum Eintrag der eigenen Daten. Es können Kontakte geknüpft, Impulse und Materialien ausgetauscht werden. Mit der Zeit entsteht eine Art „Landkarte“ der Thomasmessen-Initiativen und verwandter Gottesdienstformen im deutschsprachigen Raum.
5. Thomasmesse auf dem Kirchentag in Dresden
Unter Federführung der Kölner Initiative ( Pfrin. Ulrike Graupner) bereiteten ca 20 Teilnehmende aus verschiedenen Ortsgruppen im März 2011 im Rahmen einer Wochenendtagung in Dresden eine Thomasmesse vor. Sie wurde während des DEKT am 4. Juni 2011 in der Heilig-Geist Kirche in Dresden-Blasewitz gefeiert. Thema: „Wenn ich einmal reich wär…“ Die Messe war mit über 400 Teilnehmenden sehr gut besucht. Eine zustimmend-kritische Würdigung im Rahmen der von der Kirchentagsleitung angesetzten „Gottesdienst-Beobachtung“ nahm Pfrin. Doris Joachim Storch vom Zentrum Verkündigung in Frankfurt /M. vor.
6. Jahrestagung in Neudietendorf
Die jährliche Tagung, zu der i.d.R. Teilnehmende aus dem ganzen deutschsprachigen Raum anreisen, ist mit dem Wechsel in Trägerschaft und Moderation geöffnet worden für Pfarrerinnen, Pfarrer und Mitarbeitende auch anderer Gottesdienst-Initiativen, die nach Impulsen und Erfahrungsaustausch im Blick auf „andere“ Gottesdienstgestaltung suchen. Das Angebot wird deshalb auch im Rahmen des Pastoralkollegs der EKKW ausgeschrieben. In 2011 fand sie ein letztes Mal in Neudietendorf statt und wird ab 2012 wird regelhaft in Hofgeismar durchgeführt.
Im folgenden der Tagungsbericht, wie er im Wesentlichen auch dem Pfarrerfortbildungsauschuss der EKKW vorgelegt wurde:
Bibel alternativ. Die Bibel im „anderen“ Gottesdienst
Jahrestagung des Netzwerks „Thomasmesse“ vom 11.-13. November 2011 im Zinzendorfhaus Neudietendorf (Thür.)
Teilnehmende: 18 Teilnehmende aus 12 bundesdeutschen Initiativen.
Unter den Teilnehmenden befanden sich 5 Theologen, davon 1 kath. Die übrigen kamen aus den unterschiedlichsten Professionen: vom Metzgermeister bis zum Dozenten eines Lehrer-Studienseminars, insgesamt 10 Männer und 8 Frauen
Referent: Dr. Lutz Friedrichs, Kassel
Leitung: Christiane Berthold-Scholz
Die Tagung in Neudietendorf zeichnete sich aus durch eine hohe Bereitschaft der TN, sich auf das thematische Angebot wie auch auf spirituelle Impulse und praktische Übungen einzulassen. Sie begann mit einer (wie immer ausgiebigen) Vorstellungsrunde, in der die TN neben den Berichten aus ihren Initiativen einander etwas über den eigenen Umgang mit der Bibel und der biografischen Wertigkeit bestimmter Texte, Erzählungen, Sprüche mitteilten – eine bewegende Gesprächsrunde.
Der Samstagvormittag war geprägt durch einen Powerpoint gestützten Vortrag von Dr. Lutz Friedrichs (LKA Kassel) über „Bibel anders“. Er verstand es, in Wort und Bild eine Klärung der unterschiedlichen „Logiken“ vorzunehmen, der agendarische und „alternative“ Gottesdienste folgen: Kultritual versus Teilnehmerorientierung. Wird im agendarischen Gottesdienst ein grundsätzliches Einverständnis mit Bibel und kirchlicher Tradition prinzipiell vorausgesetzt, so geht der „andere“ Gottesdienst von den Fragen und Interessen der Teilnehmenden aus. Die „Wahrheit“ von Texten erschließt sich über ihre biografisch/persönliche Relevanz, die nicht vorausgesetzt wird sondern sich erst noch erschließt und erweist. Vortrag und Referent fanden große Zustimmung: „Von dem hätten wir gern noch mehr gehabt!“
Am Nachmittag („Bibelwerkstatt“) widmete sich die Gruppe praktischen Vortrags- und Darstellungsübungen zu biblischen Texten im Kirchensaal der benachbarten Herrnhuter Brüdergemeine: Lesen mit verteilten Rollen. szenische Lesung, Wahrnehmung der Grenzen und Angebote eines Kirchenraums für die Inszenierung von Texten usw. Eine Einführung in den Bibliolog als kreativer Methode gemeinsamer Bibelauslegung rundete den Werkstattteil ab.
Der Abend diente wie gewohnt der Vorbereitung eines gemeinsamen Gottesdienstes für Sonntag früh. Neben vertrauten Elementen der ThomasMesse wurden dafür auch die Impulse aus der nachmittäglichen Bibelwerkstatt genutzt. Kennenlernen und Singen neuer Lieder aus dem Repertoire des Dresdener Kirchentags 2011 durchzog als roter Faden das ganze Wochenende.
7. Ausblick auf 2012
Die nächste Jahrestagung vom 28. – 30. 09. 2012 wird sich dem Thema „Gottesdienst im Team“ widmen. Für eine künftige Tagung (2013) wünschten sich die TN eine Vertiefung in der Auseinandersetzung mit anderen Gottesdienstformaten, G-plus, Nachteulen uä – ein Wunsch der die oa Öffnung der Netzwerkarbeit befördern dürfte. Der Initiator der Ludwigsburger „Nachteulen“-Gottesdienste konnte bereits als Referent gewonnen werden.
